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Armutszeugnis für SAT.1: “Harald Schmidt Show” wird abgesetzt

Harald Schmidt muss gehen...Gestern erreichte die Fangemeinde die traurige Nachricht, dass die “Harald Schmidt Show” nach dem 3. Mai 2012 nicht mehr aus der geplanten Sommerpause zurückkehren wird. Als Grund werden die unter den Erwartungen zurückgebliebenen Quoten genannt.

SAT.1-Geschäftsführer Joachim Kosack sagt hierzu wörtlich: "Harald Schmidt ist für mich persönlich Late Night der Extraklasse. Doch auch die Erhöhung der wöchentlichen Frequenz auf drei Ausgaben hat die Fangemeinde leider nicht ausreichend erweitern können. Ich danke Harald Schmidt und seinem gesamten Team herzlich für viele wunderbare Sendungen."

Eine Show "der Extraklasse" einfach so abzusetzen, während man gleichzeitig über Jahre hinweg fast rund um die Uhr Scripted Dünnschiss zeigt, ist wieder einmal ein weiterer Beweis dafür, dass außer Quoten und Geld im Privatfernsehen nichts, aber auch gar nichts, mehr zählt. Natürlich will jedes private Unternehmen – so auch ein TV-Sender – Gewinn erwirtschaften. Das ist zunächst einmal völlig legitim. Aber ein Urgestein der Fernsehunterhaltung und seine intelligente und unterhaltsame Sendung einfach so abzusägen, nur weil mitten in der Nacht keine 10% der relevanten, geldbringenden Zielgruppe mehr vor den TV zu locken sind ist armselig. Besonders wenn man sich das restliche Konzept des Senders mit seinen inhaltlich sonst so erschreckend niveaulosen Sendungen einmal ansieht. Intelligentes TV hat eben keine Chance mehr, solange es nicht auch ordentlich Kohle abwirft. Das ist traurig für das ehemalige Land der Dichter und Denker.

Nach dem Aus der “Harald Schmidt Show” hat SAT.1 meiner Meinung nach keine einzige sehenswerte Sendung mehr im Programm! Daher meine Empfehlung an Herrn Kosack: Erweisen Sie unserer Nation einen Dienst und stampfen Sie den ganzen Sender gleich mit ein!

Ich bin sauer! >:(

Smartphones: Topmodern, supernützlich und stinklangweilig!

Handys früher und heute

Diese Fotomontage wurde vor ein paar Tagen im Telefon-Treff Forum zum Thema “TT: ist die Euphorie für neue Geräte verloren gegangen?” gepostet.

Ich finde dieses Bild so genial, weil es mit nur einem Mal Hinsehen bereits verdeutlicht, was ich schon seit Monaten und Jahren immer angeprangert habe: Nämlich, dass mit dem Beginn der Smartphone-Ära die Vielfalt und damit auch der Spaß an verschiedenen Mobiltelefonen verloren gegangen ist.

Natürlich haben aktuelle Smartphones – egal ob Android, iPhone, Windows Phone oder gar was ganz anderes – viele nützliche und tolle Funktionen, die vor allem durch unterschiedlichste Apps für jeden erdenkbaren Zweck interessant sind. Und dadurch, dass so ziemlich jedes OS mit einem mehr oder minder gut gefüllten App-Store daherkommt, sind die Möglichkeiten der Nachrüstbarkeit und Individualisierung auch nahezu grenzenlos. Doch was auf den ersten Blick toll klingt, hat meiner Meinung nach auch eine ziemlich traurige Seite.

Es ist nämlich so, dass sich – durch die große Ähnlichkeit der einzelnen Betriebssysteme bzw. der vorherrschenden Stellung von Googles Android OS – die einzelnen Systeme derart ähneln, dass einem nach kürzester Zeit der Spaß vergeht. Es ist einfach langweilig geworden! Da fast jedes Smartphone heutzutage über einen Touchscreen bedient wird, gleicht sich auch die Hardware beinahe wie ein Ei dem anderen. Und zwar herstellerübergreifend. So ein Smartphone ist physisch betrachtet also doch nichts weiter als ein kleiner Bildschirm mit großer Rechenleistung. Meist in schwarz oder grau, auf jeden Fall aber monoton. Kaum mehr physische Tasten, keine kreativen Designs. Einfach nur ein Screen, der keinen Platz für große Sprünge in der Gestaltung lässt.

Wie auch im oben verlinkten Thread mehrfach festgestellt wurde: Das sind genau die Gründe, die für das Verlorengehen der Euphorie um neue Geräte gesorgt haben. Selbst unter uns Handy-Geeks. Das finde ich schade, aber angesichts der genannten Tatsachen auch verständlich.

Mein Fazit ist das selbe wie eh und je: Smartphones sind nützlich, aber stinklangweilig!

Aus “RCS-e” wird “Joyn”

JoynWie nun seit gestern bekannt ist bekommt “RCS-e” jetzt einen Namen, der ein wenig leichter von den Lippen gehen und sich besser vermarkten lassen soll: “Joyn”. Fragt mich bitte nicht was genau daran jetzt besser klingen soll. Ich persönlich hatte mich ja sogar schon an “RCS-e” gewöhnt! Na ja, ist wohl eher nebensächlich.

Der neue Dienst hat jetzt jedenfalls auch eine offizielle Website bekommen. Dort wird nochmal erklärt, was es mit RC… – pardon – “Joyn” auf sich hat, welche Features dahinter stecken und so weiter. Es gibt sogar schon einen Bereich mit einem Downloadlink für Android-Geräte. Dumm nur, dass dieser bisher bloß auf android.com verlinkt.

Also ehrlich, ich bin dieser ganzen Sache gegenüber mehr als skeptisch eingestellt. Zunächst sollte man einmal hinterfragen was die Motivation der Netzbetreiber und Endgerätehersteller ist, so einen Dienst einzuführen. Aus Netzbetreiber Sicht ist das nämlich eigentlich relativ einfach zu verstehen. In Zeiten in denen Smartphones immer beliebter werden (Ende 2011 waren 23% der Mobilfunkteilnehmer in Deutschland Smartphone-Benutzer) und Kunden gerne über Instant-Messenger Apps wie z.B. WhatsApp, iMessage oder Google Talk miteinander kommunizieren, kommt die Sorge über den mittelfristigen Wegbruch des nach wie vor boomenden SMS-Geschäfts auf. Der eierlegenden Wollmilchsau der Netzbetreiber droht der Gang zur Schlachtbank. Was also tun? Ein neuer einheitlicher Standard muss her, der Geräteübergreifend all das bietet was Instant-Messenger schon lange können: Chatten, Dateien austauschen und Videotelefonate führen. Und der Kunde soll dann eben dafür löhnen – Problem gelöst.

Ich bin ja grundsätzlich immer für gemeinsame Standards im Mobilfunk. Ich möchte mir als Verbraucher keine Gedanken machen müssen welcher meiner Kontakte jetzt Skype auf dem Handy laufen hat, wer Google Talk nutzt und wer per iMessage erreichbar ist. So gesehen hat die SMS schon einen genialen Vorteil: Sie ist absolut Endgeräteunabhängig. Das Smartphone von morgen kann mit dem Handy von vorgestern problemlos kommunizieren. Die Tatsache, dass dieser SMS-Standard auf der anderen Seite natürlich schon längst museumsreif (und maßlos überteuert!) ist und von einem Nachfolgesystem (ich sag nur “E-Mail”? Hallo?) abgelöst gehört, ist eine andere Geschichte.

Oder etwa doch nicht? Ist es nicht genau das, worum es bei “Joyn” geht? Die SMS abzulösen? – Ja, das mag sein. Und wie gesagt, im Ansatz ist das auch gut und richtig so. Allerdings bleibt eine ganz große Problemfrage: Ist die Tatsache, dass “Joyn” Geräte- und OS-übergreifend funktionieren soll wirklich Vorteil genug, als das der Endkunde plötzlich bereit ist wie auch immer geartete Preise für etwas zu bezahlen, dass er schon seit Jahren kostenlos (ein Internet-Tarif natürlich vorausgesetzt) nutzt? Warten wir mal die Tarifgestaltung ab, ich bin gespannt.

RCS-e vs. SMS – und ich komm mir verarscht vor …

Auf YouTube ist heute ein Werbevideo der Telekom zum neuen Dienst "RCS-e" aufgetaucht.

Liebe Netzbetreiber, wollt ihr uns eigentlich komplett für dumm verkaufen?

Ich fasse mal zusammen, was der vermeintliche SMS-Nachfolger RCS-e so alles bietet:

1. Chatten und dabei Dateien austauschen
2. Videotelefonieren
3. Den Online-Status des Kontakts im Telefonbuch anzeigen

Ähm… Bitte was?

Okay, fairerweise könnte man sagen: Vielleicht kommen noch ein paar weitere Features im Laufe der Zeit hinzu. Aber mal ehrlich – ein kostenpflichtiger Dienst, den es tausendfach bereits kostenlos gibt gegen die SMS-Abwanderung stellen zu wollen? Ist das ein Scherz? Dummheit? Oder Verzweiflung?

Also sorry, aber einen Dienst, der durch zahllose kostenfreie Apps bereits seit vielen Jahren alltäglicher Standard ist für teuer Geld als neu verkaufen zu wollen ist gelinde gesagt frech!

Wenn Hardware-Hersteller und Netzbetreiber schon eine Allianz schmieden um einen gemeinsamen Standard auszutüfteln, kann man meiner Meinung nach doch wirklich ein wenig mehr Innovation erwarten.

Wenn man dann letzten Endes allerdings wirklich so konsequent ist die SMS zu Grabe zu tragen, könnte man RCS-e vielleicht eine Daseinsberechtigung einräumen. Ich glaube allerdings nicht daran.

Japanisch IME von Google endlich im Market!

Seit meinem letzten Posting (“Emoji: Google, hier habt ihr Nachholbedarf!”) sind gerade mal etwas mehr als 2 Wochen vergangen und schon gibt’s Neuigkeiten dazu. Gestern wurde ich nämlich darauf hingewiesen, dass endlich ein offizielles Japanisch IME von Google im Android Market zum Download bereit steht! Es wundert mich ehrlich gesagt ein bisschen, dass das so lange gedauert hat. Schließlich sind in Japan schon seit einer ganzen Weile eine Vielzahl an Androiden auf dem Markt, die selbstverständlich alle mit einer nativen Japanisch-Eingabe ausgeliefert werden.

Wie dem auch sei, jetzt steht das IME jedenfalls für alle Android-User zum Download bereit, also hab ich es gleich mal ausprobiert. Und was ist mir dabei aufgefallen? Genau, es sieht so aus als können wir demnächst mit einem Emoji-Update rechnen, denn:

Ein ausgegrauter Emoji-Button!

Das IME bietet nicht nur eine große(!) Auswahl ein Smileys im japanischen Stil (jap. 顔文字, kaomoji), sondern hat daneben auch einen noch ausgegrauten Button, der offensichtlich für Emoji reserviert ist. Da das IME derzeit noch als Beta gekennzeichnet ist, kann man also davon ausgehen, dass der Emoji-Button spätestens mit dem Erscheinen der fertigen Version aktiviert sein wird. Ich bin gespannt!

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