RCS-e vs. SMS – und ich komm mir veralbert vor …

Auf YouTube ist heute ein Werbevideo der Telekom zum neuen Dienst „RCS-e“ aufgetaucht. Also liebe Netzbetreiber, wollt ihr uns eigentlich an der Nase herumführen? Ich fasse mal zusammen, was der vermeintliche SMS-Nachfolger RCS-e so alles bietet.

1. Chatten und dabei Dateien austauschen
2. Videotelefonieren
3. Den Online-Status des Kontakts im Telefonbuch anzeigen

Ist das jetzt eine Innovation? Gibt es sowas nicht eventuell schon? Mehrfach? Kostenlos?

Okay, fairerweise könnte man sagen: Vielleicht kommen noch ein paar weitere Features im Laufe der Zeit hinzu. Aber mal ehrlich – ein kostenpflichtiger Dienst, den es tausendfach bereits kostenlos gibt gegen die SMS-Abwanderung stellen zu wollen? Ist das ein Scherz? Oder Verzweiflung?

Wenn Hardware-Hersteller und Netzbetreiber schon eine Allianz schmieden um einen gemeinsamen Standard auszutüfteln, kann man meiner Meinung nach doch wirklich ein etwas innovativeres Ergebnis erwarten.

Wäre man letzten Endes allerdings so konsequent, die SMS zu Grabe zu tragen, könnte man RCS-e vielleicht eine Daseinsberechtigung einräumen. Ich glaube allerdings nicht daran. Die SMS ist zwar technisch auf Steinzeit-Niveau, hat aber bis heute eine enorme Nutzerbasis. Für mich ist das teilweise zwar auch unverständlich (zumal mit der E-Mail eine überlegene Technologie schon seit den Anfängen des Internets existiert), aber es ist eben eine Tatsache.

RCS-e ist natürlich ein Dienst, der primär den Netzbetreibern Geld in die Kassen spülen soll. Dank solchen Prioritäten bleiben echte Innovationen aber auf der Strecke. Ein richtiger Mehrwert für die Kunden entsteht nicht. Im Endeffekte wird dies aber auch für die Netzbetreiber möglicherweise bedeuten, auf langfristige und stabile Einnahmen verzichten zu müssen – aus Mangel an zufriedenen Kunden.

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2 thoughts on “RCS-e vs. SMS – und ich komm mir veralbert vor …

  1. Leandro Reply

    Ich kann mir ehrlich gesagt auch gar nicht vorstellen, dass daran überhaupt jemand Interesse hat. Das ist alles völlig unnötig.

  2. Sven Post authorReply

    Nun, Interesse an Messaging-Diensten im Allgemeinen scheint ja groß vorhanden zu sein. Siehe beispielsweise (das sicherheitstechnisch katastrophale) WhatsApp.

    Nur haben es die Netzbetreiber – wie erwartet – nicht geschafft, an einem Strang zu ziehen und einen sicheren, betreiberunabhängigen und gleichzeitig kostenlosen Dienst zu etablieren.

    Der Artikel ist jetzt fast schon zwei Jahre alt. Und bis heute hat sich „joyn“ nicht etabliert. Ich kenne niemanden, der das nutzt. Wir können also mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass es sich hierbei um eine Totgeburt handelt…

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