Secret of Mana – VWF-Edition & Hard-Mode

Nach “The Legend of Zelda – A Link to the Past” vor ca. 3 Wochen hat mich das Retro-Game-Fieber irgendwie doch noch nicht wieder loslassen können. Als alter RPG- und Action-Adventure-Liebhaber hab ich überlegt welches Kultgame ich als nächstes angehen könnte. Und ehrlich gesagt – die Entscheidung war einfach.

Es gibt nämlich kein anderes SNES-Spiel, das mich so sehr an meine Kindheit zurückdenken lässt wie das gute, alte „Secret of Mana“.


Ich erinnere mich noch gut an jenen schicksalhaften Tag im Sommer 1994 als ich zu Hause saß und sehnsüchtig auf den Postboten, der mir mein “Secret of Mana” bringen sollte, gewartet hab. Ich war zwar brav, glaub ich, aber ungeduldig. Internet hatten wir damals noch nicht, also war so ziemlich alles was ich über das Spiel wusste auf ein paar Informationen aus dem damaligen “Club Nintendo Magazin” beschränkt. Aber für einen kleinen Bub mit viel freier Zeit war das mehr als genug um die Fantasie zu beflügeln und die Ankunft des Paketboten kaum noch erwarten zu können.

Zur ungefähr selben Zeit lief zudem auch noch einen TV-Spot zu “Secret of Mana”, der mich als Kind super beeindruckt und meine Vorfreude noch mehr in die Höhe getrieben hat. Nach heutigen Maßstäben kann man über eine derartige Fernsehwerbung zwar nur noch müde lächeln. Aber trotzdem – Kult ist der Spot allemal und dank YouTube auch heute noch zu sehen!

Irgendwann klingelte es dann endlich an der Tür und ich bekam mein Päckchen. “Secret of Mana” (bzw.「聖剣伝説2」, wie japanophile Klugscheißer es gerne nennen) kam in einer überdimensionalen Spieleverpackung, die außer der Game-Cartridge noch einen Spieleberater in DIN-A4-Größe bereit hielt. Ja, damals bekam man noch richtig nette Extras für lau dazu (das etwas später erschienene “Secret of Evermore” und beispielsweise auch “Illusion of Time” kamen ebenfalls mit tollen Spieleberatern). Ab diesem Zeitpunkt war ich wohl für mehrere Wochen nicht mehr ansprechbar.

“Und weiter geht’s …” – äh, Moment!

Kein Game ist perfekt. So gibt es genau zwei Dinge, die ich an “Secret of Mana” zu kritisieren habe: Zum einen der viel zu einfache Schwierigkeitsgrad. Wie in meinem Posting zu “A Link to the Past” bereits erwähnt fallen mir die ganzen Klassiker heute wesentlich leichter als damals. Wahrscheinlich erwirbt man mit dem Alter doch einige Basis-Skills, die man als Kind einfach nicht hatte. Aber dennoch, wenn ein Videospiel – und das ist bei “Secret of Mana” der Fall – objektiv betrachtet schon ein wenig zu einfach ist, ist es heute leider gar keine Herausforderung mehr. Das tut der Qualität des Spieles zwar selbstredend keinen Abbruch, wird den ein oder anderen Gamer aber eventuell dennoch stören.

Der zweite Kritikpunkt ist die einfach grottenschlechte deutsche Übersetzung. Und auch wer des englischen mächtig ist sollte sich nicht zu früh freuen: Die US-Version ist nicht wirklich besser. Dieses Übersetzungsdesaster hat anscheinend mehrere Gründe – zumindest was die deutsche Version angeht. Es wird einerseits immer sehr schnell auf Claude M. Moyse (den verantwortlichen Übersetzer der deutschen Version) geschimpft, ihm Inkompetenz vorgeworfen. Aber es ist zu vermuten, dass die Schuld nicht allein bei ihm liegt.

In einem Interview hatte er Jahre nach der Arbeit an “Secret of Mana” erzählt, wie wenig Nintendo und seinerzeit Squaresoft sich um die EU-Version gekümmert haben. Glaubt man Moyse, entsteht sogar der Eindruck es sei vor allem Squaresoft völlig egal gewesen wie das Spiel außerhalb Japans ankommt. Zugegeben, einerseits ist das schwer zu Glauben. Auf der anderen Seite denke man allerdings nur mal an die unverschämt miese deutsche Übersetzung des 3 Jahre später erschienenen “Final Fantasy VII”. Eventuell kann man diesem Gedanken also doch etwas abgewinnen? An Moyses Aussagen scheint etwas dran zu sein, meiner Meinung nach. Allein der Gedanke, dass es Squaresoft scheinbar egal war, dass ein Mann, der kein Wort Japanisch konnte, ein textlastiges Game wie “Secret of Mana” übersetzen sollte ist… Seltsam.

“Was zum…?!” – Die VWF-Edition

“VWF” steht für “Variable Width Font Edition”. Programmierer und ROM-Hacker FuSoYa hatte sich zwischen Dezember 1999 und Februar 2000 die Mühe gemacht den wenig hübschen Standard-Font des Spiels gegen einen neuen, platzsparenderen zu ersetzen. Im Zuge dessen hat er auch gleich den neugewonnenen Platz ausgenutzt und viele Passagen des Story-Scripts umgeschrieben, bzw. erweitert. Eine tolle Leistung, die ein geniales Spiel nochmal eine ganze Ecke genialer hat werden lassen. Der direkte Vergleich spricht für sich:

VorherNachher

Der Hard-Mode

Der Hard-Mode-Hack von Masterflow ist simpel wie wirkungsvoll: Gegner verursachen in dieser Version mehr Schaden und haben mehr HP, Items sind wesentlich teurer und Truhen hinterlassen seltener Gegenstände (sind dafür fast immer Fallen), Zauber verbrauchen mehr MP. Frust ist daher wohl vorprogrammiert. Trotzdem werde ich mich der Herausforderung demnächst endlich mal stellen. Denn obwohl dieser Hack nun auch schon mehrere Jahre existiert muss ich gestehen ihn nie zur Kenntnis genommen zu haben. Schande über mich.

Da die Distribution von SNES-ROMs illegal ist, sind beide Hacks nur in Form von IPS-Patches erhältlich (somit aber glücklicherweise auch kombinierbar). Links zu den benötigten ROMs werdet ihr hier daher nicht finden. Der Suchmaschinenanbieter eures Vertrauens wird aber sicherlich gerne behilflich sein.

Print Friendly

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Sicherheitsfrage: *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>