SMS vs. E-Mail – Kurznachrichten waren schon immer ein Abfallprodukt

Heute habe ich wieder einmal mit einem Freund über Sinn und Unsinn der SMS gegenüber der E-Mail philosophiert. Natürlich kam im Zuge dessen auch wieder die Diskussion um den i-mode-Dienst nicht zu kurz, welcher von den meisten Deutschen, insofern i-mode überhaupt ein Begriff ist, als überteuert empfunden wird. Nachzulesen in diversen Profi-Mobilfunkforen.

Schade nur, dass sich viele dieser „Profis“ wohl nicht genügend mit der „Mathematik der überteuerten i-mode Preise“ auseinandergesetzt haben.

Es folgt ein kleines Rechenbeispiel, dem der kleinste i-mode Volumentarif zugrunde gelegt ist:

Rechenbeispiel: i-mode Datenpaket S (500kb/Monat für €5,-)

Ein Datenvolumen von 500kb entspricht ca. 500.000 Zeichen. Eine Standard-SMS besteht aus 160 Zeichen (plus einiger weniger Steuerungsbefehle, die wir aber nicht zu Gesicht bekommen und die hier vernachlässigbar sind). Daraus ergeben sich genau 3125 SMS, die mit 500kb übertragen werden könnten. Ausgehend vom üblichen SMS-„Discount“-Preis von 15ct, hätte man bei dieser Anzahl an SMS, Kosten von sage und schreibe €468,75. Wobei noch anzumerken ist, dass viele Mobilfunknutzer natürlich weit mehr als 15ct pro SMS bezahlen. Einige Discounter liegen zwar auch darunter, aber das lässt die Rechnung nicht gerade bedeutend besser aussehen. Und jetzt soll noch mal wer kommen und behaupten 500kb Volumen für i-mode sei mit €5 zu teuer.

SMS und E-Mail mit dem Handy
Messaging via i-mode

Ich gebe zu, natürlich beschränke ich mir hier nur auf die Mailkomponente von i-mode. Und ich kann absolut nachvollziehen wenn es jemand als zu teuer empfindet für €5,- nur 500KB Datenvolumen versurfen zu können. i-mode in Deutschland fehlen auch einfach noch die Inhalte um solch einen Preis rechtfertigen zu können. Dennoch, was ich mit der Rechnerei aufzeigen will ist, dass sich der Mobilfunknutzer ruhig Gedanken machen sollte ob er bereit ist für eine SMS tatsächlich so viel Geld zu bezahlen. Vor allem, da es offensichtlich doch ein so viel günstigeres und qualitativ hochwertigeres mobiles Messaging-System gibt.

Doch nicht nur der Preis von i-mode Mail gegenüber der SMS ist ein gigantischer Vorteil. Auch die Tatsache, dass es sich beim i-mode Mail-Dienst rein technisch um einen ganz gewöhnlichen E-Mail-Service handelt, lässt die SMS sehr alt aussehen. Immerhin kann ich damit ohne Mehrkosten beispielsweise auch zwischen Handy und PC kommunizieren. Und zwar global. Eine E-Mail von Deutschland nach Japan zu schicken kostet natürlich genauso viel wie eine „nationale E-Mail“. Von einer SMS kann man selbiges nicht behaupten. Vorausgesetzt das SMS-„Zielland“ unterstützt den Dienst überhaupt (was man von Japan nur bedingt behaupten kann), hat man in jedem Fall providerabhängige Mehrkosten für den Versand und keine Garantie, dass die Nachricht den Empfänger überhaupt erreicht.

SMS ist heute wieder das was es zu Beginn der Mobilfunk-Ära bereits schon einmal gewesen ist: Ein Abfallprodukt des Systems.

Alternativbeispiel: P-IMAP und Communication Center Pack (30MB/Monat für €5,-)

Wem nach diesem Rechenbeispiel i-mode noch immer zu teuer erscheint, z.B. weil man ja auch andere mobile Inhalte nutzen möchte oder nicht an die in Europa recht kleine i-mode-Handy-Auswahl gebunden sein möchte, dem sei noch eine weitere sehr gute Alternative ans Herz gelegt: P-IMAP a.k.a. IMAP IDLE. Alle neueren Handys von Sony Ericsson verfügen über einen P-IMAP-fähigen E-Mail Client (das „P“ steht für „push“). Unterstützt der genutzte Mailprovider nun ebenfalls dieses Protokoll, so können E-Mails zum jeweiligen Datentarif kostengünstig und in Echtzeit automatisch aufs Handset gepusht werden. Bei O₂ beispielsweise bekommt man für €5,-/Monat das „Communication Center Pack“ angeboten, welches 30MB Inklusivvolumen für die mobile Internetnutzung (also fürs Mailen und Surfen mit dem Handy) beinhält. Man möge daher bitte oben angeführtes Rechenbeispiel noch einmal mit 30MB anstatt 500kb durchführen und danach selbst entscheiden, wieviel man zukünftig wirklich noch für SMS bereit ist zu zahlen.

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